The Isolator – Realization of Absolute Solitude – Bist du Rubin oder Rabe?

The Isolator - Artikelbild
Bild: Naoki Koshimizu

Mit The Isolator – Realization of Absolute Solitude von Reki Kawahara und Naoki Koshimizu holt Tokyopop nicht nur einen weiteren Manga basierend auf einer Light-Novel nach Deutschland, sondern gibt auch einem neuen Zeichner die Möglichkeit seine künstlerischen Fähigkeiten zu zeigen.

Nach einem traumatischen Ereignis in seiner Vergangenheit hat sich der Schüler Minoru Utsugi entschieden, keine engere Verbindung mehr zu anderen Menschen aufnehmen zu wollen. Er will am liebsten alleine sein und nicht weiter auffallen. Als er sich dies gerade wieder innig wünscht, fällt eine schwarze Sphäre vom Himmel, die sich in seiner Brust einnistet. Die Sphäre verleiht Minoru die Fähigkeit seinen gesamten Körper mit einer Art Membran zu umgeben, die hart wie Diamant ist und ihn völlig von der Außenwelt abschirmen kann.

Als Minoru bei seinem morgendlichen Dauerlauf seine Mitschülerin Tomomi trifft, ist es bald vorbei mit seiner selbst auferlegten Unsichtbarkeit. Plötzlich interessiert sich nicht nur der „Fan-Club“ der sportlichen Tomimi für ihn, sondern der Schüler muss feststellen, dass er nicht der einzige Mensch ist, der über besondere Fähigkeiten verfügt. Gleichzeitig lernt er, dass besondere Kräfte nicht gleichbedeutend mit einem guten Charakter sein müssen.

Zettai naru Isolator von Autor Reki Kawahara (Sword Art Online) startete 2014 als Light-Novel-Reihe bei ASCII Media Works, wobei Shimeji für das Originaldesign verantwortlich war. Von Juni 2016 bis Januar 2018 setzte der Verlag die Geschichte mit Naoki Koshimizu als Manga um. Während die Vorlage mit bisher vier Bänden auf eine Fortsetzung wartet, liegt der Manga mit derselben Anzahl an Bänden bereits vollständig vor.

Momente der Stille

Naoki Koshimizu verplempert in seinem Isolator-Manga keine Zeit mit irgendwelchem Vorgeplänkel. Er versetzt den Leser direkt in die Welt von Minoru, der gerade erst dabei ist seine neuen Fähigkeiten zu entdecken. Neben seiner Schutz-Membran brachte die Verschmelzung mit der Sphäre für den Jungen weitere Veränderungen mit sich. So ist er in der Lage, seine seit fünf Jahren bestehenden Langlaufzeiten innerhalb kürzester Zeit erheblich zu steigern und verfügt über ein hochempfindliches Gehör. Die Hintergründe, die zu seiner selbst auferlegten Einsamkeit führten, werden erst langsam im Laufe der Zeit aufgeklärt.

Ebenso sparsam ist der Manga mit der Weitergabe von Informationen zu den geheimnisvollen Sphären, die den Figuren ihre Fähigkeiten verleihen. Minoru scheint weder vor der seltsamen schwarzen Blase Angst zu haben, noch ist er wegen seiner Kräfte beunruhigt. Die Frage, wo die Sphären herkommen oder welche Bedeutung sie haben, scheint er sich, anders als der Leser, nicht zu stellen. Überrascht wirkt der Schüler erst, als er feststellt, dass es auch andere Menschen gibt, die anscheinend Ähnliches erlebt haben.

Dass einer der anderen Menschen ein sadistischer Irrer mit einem schweren Hang zu Menschenfleisch ist, macht die Situation für den Isolator nicht leichter. Während sich Minoru bisher von den anderen Schülern weitestgehend ferngehalten hat, mutiert er innerhalb kürzester Zeit zum mutigen Retter. Ein Entwicklungssprung, der ebenfalls schwer zu verstehen ist und kaum erklärt wird. Der Mangaka versucht zwar die Beweggründe des Jungen zu verfolgen, wirklich überzeugen kann er mit diesen allerdings nicht.

Insgesamt erweist sich der erste Band The Isolator – Realization of Absolute Solitude als ein Einstieg, der nur bedingt Laune aufs Weiterlesen macht. Die Hauptfigur wirkt nicht nur durch ihre Membran von der Außenwelt, sondern auch von den Lesern abgeschottet. Deswegen fällt es schwer eine Verbindung zur Geschichte aufzubauen. Die Tatsache, dass Informationen zu den Hintergründen, wenn überhaupt, nur scher sporadisch weitergegeben werden, verhindert außerdem einen richtigen Spannungsaufbau. Die Handlung plätschert so vor sich hin und kommt auch zum Ende hin nicht wirklich in Gang.

Eine Farbe – eine Entscheidung

Zeichnerisch leistet Naoki Koshimizu gute Arbeit, ohne allerdings aus der Masse herauszustehen. Die Figuren sind individuell gestaltet, entsprechen aber insgesamt dem Klischee. Minoru ist ein nett aussehender junger Typ, der meistens mit verschlossener Miene herumläuft. Dem Bösewicht des ersten Teils steht seine Einstellung nicht nur wortwörtlich ins Gesicht geschrieben. Yumiko, die erst gegen Ende ihren großen Auftritt hat, sieht selbstverständlich auch klasse aus. Also alles wie gehabt.

Obwohl die Designs und Hintergründe oftmals ziemlich reduziert daherkommen, passen sie sehr gut zur Stimmung innerhalb der Geschichte. Da die Story aus der Sicht von Minoru erzählt wird, wären große Kulisse und ausgestaltete Figuren nicht wirklich der Stimmung entsprechend. Ebenso wie der Protagonist eine Grenze zu seinen Mitmenschen zieht, um nicht weiter aufzufallen, bleibt auch er eher unauffällig.

The Isolator – Realization of Absolute Solitude erscheint hierzulande im gängigen Manga-Format und mit einer Farbseite am Anfang. Der erste Band umfasst die Kapitel (sect.) eins bis sechs. Tokyopop wertet das deutsche Release mit einem schicken Aufsteller der Hauptfigur noch zusätzlich auf.

Fazit

The Isolator – Realization of Absolute Solitude bietet von der Idee her einiges an Möglichkeiten, die allerdings im ersten Band nicht ausgeschöpft werden. Die Geschichte braucht lange, um in Schwung zu kommen und schafft es nicht, wirklich fesselnd zu werden. Selbstverständlich gehört es dazu, zu Anfang einige Fragen aufzuwerfen, wenn allerdings die grundlegendsten Punkte nicht erklärt werden, gestaltet sich das Lesen als mühsam. Auch die Figuren sind nicht dazu ausgelegt, den Leser zu fesseln.

Naoki Koshimizus Manga liefert optisch gute Bilder, die allerdings nicht in der Lage sind, über die Schwächen der Handlung hinwegzuhelfen. Die Story liefert eine Mischung aus Action, Fantasy und ein wenig Drama. Fans von Werken wie Platinum End, D-Gray-Man oder My Hero Academia könnten einen Blick riskieren, sollten aber nicht zu viel erwarten.

The Isolator Band 1
Bild: Naoki Koshimizu

Info

The Isolator – Realization of Absolute Solitude
Original Name: 絶対ナル孤独者
Transkription: Zettai naru Isolator
Von: Reki Kawahara (Story) / Naoki Koshimizu (Zeichnungen)
Verlag: Tokyopop
Verfügbar: 4 Bände
Preis: 6,99 EUR
Genre: Action, Fantasy, Drama
Empfehlung: 13 +
ISBN: 978-3842051737

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